Das Projekt mit dem Titel Techno Zen wurde von Márton Nemes als immersives Environment konzipiert – ein malereibasiertes Gesamtkunstwerk. In den letzten Jahren ist die Erweiterung des Mediums Malerei, seine Ausdehnung auf andere Medien und die Überschreitung seiner Grenzen durch die Einbindung komplementärer, aber scheinbar gegensätzlicher Elemente zu einem zentralen Aspekt von Nemes’ Praxis geworden. Die Arbeit des Künstlers ist stark von Techno-Subkulturen beeinflusst, wodurch die Explosion und Neuordnung des Bildraums seinen Gemälden eine unverwechselbare psychedelische Qualität verleiht. Diese bewegen sich in abstrakte Bereiche hinein und rufen die visuelle Atmosphäre sowie die Lichtstimmungen heutiger Clubs hervor. In diesem Projekt verweist der Begriff Techno auch auf techne und technologische Kunst. Im Bereich der Malerei entsteht durch die Verschmelzung verschiedener industrieller Technologien und Materialien eine malerische Objekt-Installation mit mobilem Charakter. Lasergeschnittenes Stahlblech, Autolack, Projektionen, Lautsprecher und Ventilatoren interpretieren die Farbpalette der Malerei neu.
Die Veranstaltungssprache ist englisch.
Der Talk findet im Rahmen der Ausstellung „Soft Spaces, Shared Grounds“ statt.
Sowohl in der Kunsthalle, als auch Online über Zoom kann der Talk verfolgt werden.
Márton Nemes (*1986 in Székesfehérvár, Ungarn) ist ein Multimedia-Künstler – mit Wohnsitz in New York und Budapest – der Malerei, Skulptur, Installation und Sound in seiner Praxis vereint. 2018 schloss er sein MFA-Studium am Chelsea College of Arts in London ab. Ursprünglich inspiriert von der Architektur Budapests – der Stadt, in der er den Großteil seines Lebens verbrachte – wurzelt Nemes’ künstlerische Arbeit in der farbenfrohen Abstraktion von Gebäuden. Seitdem und besonders nach seinem Umzug nach London ist Nemes stark von Techno-Subkulturen beeinflusst. Seine Arbeiten bleiben farbintensiv und abstrakt, versuchen jedoch zugleich, die Atmosphäre und Erfahrung der Rave-Kultur nachzubilden – eine Auflösung und Neuordnung des bildnerischen Zustands. Mithilfe verschiedenster Materialien streben Nemes’ Werke nach Ausdehnung und Flexibilität. Sie verweisen auf die eskapistischen Gegenkulturen der Rave-Szene und schaffen multisensorische, vielschichtige Erlebnisse.
Volo Bevza studierte von 2010 bis 2014 Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste in Kyjiw (UA), wo er 2015 mit dem Master abschloss. Im Anschluss folgte das Studium der Bildenden Kunst an der weißensee kunsthochschule berlin, das er 2019 als Meisterschüler in der Klasse Prof. Friederike Feldmann absolvierte.
Bevza beschäftigt sich in seinem Werk mit der Omnipräsenz des Internets und fokussiert sich hierbei auf die Frage nach der Rolle der Malerei im postdigitalen Zeitalter. Er setzt auf eine Hybridisierung des Malprozesses, um neue, kritische Perspektiven innerhalb des Mediums Malerei zu eröffnen. Themen wie das kritische Versagen digitaler Werkzeuge, der geplatzte Traum von egalitären Social Media und dadurch in Gefahr geratene Demokratie, bilden den Hintergrund für seine künstlerische Arbeit.
Volo Bevza lebt in Berlin und arbeitet als bildender Künstler, Dozent und Kurator.